Stadtteil Gees

Stadtteil Gees

Seit dem 1. Dezember 1973 ist Gees ein Stadtteil von Gerolstein, liegt 2,5 km östlich des Stadtzentrum Gerolstein und hat ca. 300 Einwohner.

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes findet sich in einer Prümer Urkunde aus dem Jahr 1136. 1353 wurde Gees zusammen mit Hundswinkel (einer Wüstung nordöstlich von Neroth), Hengstweiler (Wüstung östlich von Gees), Hof Hane (bei Neroth) und Pelm als Zehntenei an den Erzbischof von Trier verkauft. Über die Herkunft des eigentümlichen Namens Gees ist nichts bekannt. Stattdessen wurde die Ortschaft in historischen Urkunden gewöhnlich „Gense“ genannt; so in einer Urkunde von 1364, in welchem Roylff von Buydisheim (Büdesheim) seinen Zehnten zu „Gensen“ dem Herrn von Schönecken als Lehen auftrug. Das daher stammende Adelsgeschlecht schrieb sich Gense. Zu Ausgang des 18. Jahrhunderts in der Zeit der französischen Besetzung bestand Gees nur aus einzelnen Häusern und Höfen, die zur Gemeinde Pelm gehörten. Erst in der Preußenzeit ist Gees eine eigene Gemeinde geworden und der Ortsbann festgelegt worden.

Die Geeser Kirche „St. Nikolaus“ – zur Pfarrei Gerolstein gehörend – ist der Mittelpunkt des Dorfes.  Aus der Geschichte der Pfarreien der Diözese Trier wird die Kirche im Jahr 1580 erwähnt und habe den heiligen Nikolaus als Patron. Die Kirche wurde mehrmals angebaut. Zu dem noch stehenden ehemaligen Ostturm wurde im Jahre 1904 ein Neubau angefügt.

Unter Paläontologen und Geologen ist ferner das Geeser Trilobitenfeld weltbekannt. Es fanden systematische Grabungsarbeiten und neuartige Präparationsmethoden statt und führten zur Freilegung zahlreicher, außergewöhnlicher Exemplare, die weltweite Verbreitung in paläontologischen Museen und Sammlungen fanden. Der Andrang unzähliger Sammler und die ausufernde Zerstörung an Ausgangsgestein, Flora und Fauna führten zur einstweiligen Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet.

Stadtteil Gees

Am Ostrand, Ortsausgang Richtung Neroth, ca. 30 m unterhalb des Dorf- und Gemeindehauses befindet sich der „Geeser Drees“ (In der Vulkaneifel werden Mineralbrunnen auch als "Dreese" bezeichnet.) Hier sprudelt in einer Sandsteineinfassung eine artesische Quelle – d.h. das Mineralwasser fließt aus eigener Kraft an der Erdoberfläche aus – mit einer sehr eigenen Mineralisierung. Der Geeser Drees gehört zu den eisenreichen Quellen, was leicht daran zu erkennen ist, dass die Wasserableitungen und der Quelltopf mit rostroten Eisenhydroxiden und –Oxiden beschlagen sind. Die Quelle ist ganzjährig frei zugänglich und kann verkostet werden.

Besondere Erwähnung verdient des Weiteren, dass sich in Gees der uralte heidnische Brauch des Winteraustreibens erhalten hat, genannt „Scheiwe Sonndesch“ oder Scheiben Sonntag. In Gees wird der Winter seit vielen Generationen mit einem brennenden Strohrad ausgetrieben. Damit soll der Frühling begrüßt und der raue Winter vertrieben werden. Die Jugendlichen des Dorfes umwickeln dazu ein Rad mit Stroh und lassen es bei Einbruch der Dunkelheit den Hang von der „Baarlay“ hinab rollen. Je ruhiger das Rad läuft, desto besser werde das Jahr, besagt der Brauch. Im Anschluss werden im Dorf gesammelte Eier und Speck verzehrt. Alternativ dazu gibt es auch „Heedeligkooche“ (Buchweizen Pfannkuchen) mit Sprudelwasser aus dem Geeser Drees gemacht. Der „Scheiwe Sonndesch“ findet jeweils am 1. Wochenende nach Fastnacht statt.

Quelle

  • Wikipedia