Pracht und Macht der Römerzeit in Gerolstein und die kulturellen Spuren heute.

Wir schreiben das Jahr 236 nach Christus. Das römische Reich wird vom Soldatenkaiser Maximinus Thrax geführt, einem mehr als 2 m großen Hünen mit großer Kampf- und Führungserfahrung. Obwohl er nie in Rom war, sicherte er die Pax Romana gerade an den Ostgrenze des römischen Reiches gegen germanische Raubzüge.

Die Pax Romana herrscht nun seit mehr als 200 Jahren auch im idyllischen Kylltal. Die bäuerliche und adlige keltische Bevölkerung hat sich mit der römischen Pracht, Macht und Kultur arrangiert. Schwerreiche Patrizier und Mäzene und nicht minder begüterte pensionierte Feldherren in Trier und Köln haben schon lange das mittlere Kylltal entdeckt, und dort prächtige Landsitze bauen lassen, einen davon hier im heutigen Gerolstein, die Villa Sarabodis.

Diese Villa Rustica verfügte über Fußbodenheizung, Bäder und Kammern, dicke Mauern mit Glasfenstern und große Stallungen, um die Gäste unterzubringen und mit maximalem römisch-keltischem Luxus zu erfreuen. Austern wurden vom Atlantik hierher gekarrt, die Jagd- und Fischgründe waren ausgezeichnet, der fruchtbare Basaltboden um die Villa ließ Getreide, Spinat, ja sogar Melonen gedeihen.

Und wer gar zu viel in sich hineinstopfte, dem konnte mit einer Trink- und Badekur in der gegenüberliegenden Mineralquelle (Sidinger Drees) geholfen werden. Münzen und Votivfiguren, filigrane Glas- und Tongefäße belegen diese luxuriösen Zustände hier an der engsten Stelle des Kylltals, heute würde man das einem 5*****-Hotel zuordnen.

Die Lebensumstände waren gut in den rund 400 Jahren Römerherrschaft in der Eifel. Klimatisch war es meist wärmer als heute. Das Klimaoptimum der Römerzeit hat sowohl die römische Hochkultur beflügelt, wie auch den Bauern und dem Kleinadel gute Ernten und gute Weine beschert. Mehr als auskömmliche lokale Ernten, vortrefflicher Wein aus dem Moseltal, frische Austern vom Atlantik und frisches Gemüse aus den üppigen hiesige Gärten, Wildbret aus den großen Wäldern und Edelfische aus der Kyll, Heilquellen und bestes Brunnenwasser sowie angenehme Sommertemperaturen haben die Villa Sarabodis im mittleren Kylltal damals zu einem Luxusresort gemacht.

Auch heute gibt es noch den Luxus in der Eifel, nicht pompöse Bauten und Sklaverei, aber das gleiche gesunde Wasser, wie schon zu Römerzeiten. Die Natur hat ihre Ursprünglichkeit behalten und die Sicht aufs größte Schwammriff Europas ist heute noch so imposant wie damals. Kultur wird seit Zeiten der Römer groß geschrieben in Gerolstein, beim Bau der Erlöserkirche 1910 wurde kurzerhand beschlossen, ein Museum für die Artefakte der Villa Rustica zu erstellen, wodurch die Erinnerung an das erste 5 Sterne Hotel in der Eifel für immer erhalten bleibt.

Bleiben Sie neugierig.