Totensonntag in Gerolstein

Am 26.11.2017, trafen sich die Bevölkerung und Personen des öffentlichen Lebens am Ehrenfriedhof in Gerolstein, um den Gefallenen der Weltkriege zu gedenken.

Das IT-Bataillon 281 und die Freiwillige Feuerwehr Gerolstein hielten die Ehrenwache.

Das Besondere an dieser Zeremonie war die Tatsache, dass heute, einundsiebzig Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, kaum noch Menschen mit einem direkten Verlust von Angehörigen teilnahmen.

Es sind Bürger, die als Mahnmal für die Menschlichkeit stehen, Personen, die gegen den Populismus unserer Zeit ankämpfen. Bürger, die es gewohnt sind, sich für ihre Mitmenschen einzusetzen, als Lebensretter bei der Feuer- oder Bundeswehr. Die Kirchen, Vereine und Politiker, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, unsere christlichen Werte zu erhalten, unterstützten die Veranstaltung.

Fast werden diese Personen selbst ein lebendiges Denkmal, in einer Zeit, wo Produktivität und Konsum, vor der Achtung vor dem Leben geht. Die Medien geben uns heute unsere moralischen Werte vor und der Einzelne zieht sich bequem mit dem Spruch „Alleine kann ich doch nichts bewirken „ zurück.

Ist der Totensonntag überhaupt noch zeitgemäß, jetzt wo in Deutschland Frieden herrscht?

Ja, da der Krieg mit seinen Folgen jetzt durch die Flüchtlinge auch indirekt nach Gerolstein gekommen ist. Dadurch kennt fast Jeder Menschen, die vor Gewalt und Rassismus fliehen mussten. Hierdurch wird uns bewusst, was Populisten und Egoisten in der Welt anrichten können. Wenn jedes Land nur noch an sich denkt und es der Bevölkerung egal ist wer was macht, dann haben wir den Nährboden für einen neuen weiteren großen Krieg gelegt. Daher ist es wichtig, mit bürgerlichem Einsatz die Menschlichkeit in den Vordergrund zu setzen und den Populisten den Nährboden zu entziehen.

Vielen Dank an alle Beteiligten, die gegen das Vergessen angetreten sind.