Erlöserkirche Gerolstein

Millionen Mosaiksteine zeugen von Reichtum und Macht

Im Gerolsteiner Ortsteil Sarresdorf steht seit 1913 die evangelische Erlöserkirche. Das imposante Bauwerk, im neoromanischen Baustil errichtet, wurde als 100. und letzte Kirche vom Berliner Kirchenbauverein finanziert und Kaiser Wilhelm II geschenkt. Der Kaiser selbst unterstützte den Bau der Jubiläumskirche mit rund 30000 Goldmark aus seinem Privatvermögen und war bestrebt weit weg von Berlin, in der preußischen Diaspora, eine Stelle der Kommunikation zu schaffen. Zur Einweihung reiste seine Majestät am 15. Oktober 1913 höchstpersönlich in die Eifel.

Die Erlöserkirche in Gerolstein fasziniert jährlich tausende Kirchenbesucher durch ein beeindruckendes Bildprogramm im Innern, das imposant aus ca. 24 Millionen Mosaiksteinen im Auftrag des letzten deutschen Kaisers vom bekannten Kirchenmaler Hermann Schaper entworfen wurde.  Zum Schutz der wertvollen Mosaike kann das Innere der Kirche heute nur in Verbindung mit einer Führung besichtigt werden. Dabei umfassen die Führungen sowohl die bei den Ausschachtungsarbeiten für den Bau der Kirche entdeckten Fundamente der römischen Villa rustica als auch die Kirche selber.

Auch alte Photographien und Dokumente aus dem 19. Und 20. Jahrhundert sind zu sehen, u. a. als Kaiser Wilhelm II mit seinem Gefolge Gerolstein bereiste und im Oktober 1913 die Erlöserkirche einweihte.

Quelle: Tourist-Information Gerolsteiner Land GmbH, Opens external link in new windowwww.hillesheimer-gerolsteiner-land.de

Römisch-Germanisches Museum Gerolstein

Zeugen aus keltisch-römischer Zeit

Dieses wunderbare kleine Museum zeigt einmalige Exponate aus der Zeit, als das Kylltal mit Gerolstein ein Teil des römischen Reiches war, mit einer hochstehenden keltisch-römischen Kultur. Genau hier auf dem Gelände, wo heute die Erlöserkirche und das Museum stehen, befand sich vom 2. bis mindestens ins 4. Jahrhundert eine prächtige Villa rustica, mit Warmluftbodenheizung, separatem Badetrakt, einer Heilquelle (späterer sog. Siddinger Drees) am gegenüberliegenden Kyllufer, und ausgedehnte Stallungen und sonstigen Annehmlichkeiten für Reisende und Kurende. Im Museum steht ein Modell der damaligen, vielleicht ersten Luxusherberge im Kylltal, der Villa Sarabodis. Originalfundstücke aus dieser Zeit sind prächtige Votivfiguren, tönerne Heiligenstatuen, die als Opfergabe aufgestellt wurden. In bzw. um die Heilquelle auf der gegenüberliegenden Kylltalseite wurden zahlreiche römische Münzen gefunden. Keramikgefäße, Glasfläschchen und –Flacons, Eisenfibeln und Bronzegeräte sind ebenfalls ausgestellt, sie belegen den hohen damaligen Lebensstandard.

Von ganz anderen, robusteren Zeiten zeugen die Skelette von riesenhaften Männern. Sie wurden gewaltsam umgebracht, wie die Schädel- und Knochenverletzungen zeigen. Die Männer entstammten einer späteren Zeit, als Germanenstämme die Gegend unsicher machten und die keltisch-römische Hochkultur gewaltsam beendeten.