Telefon- und Rundfunkmuseum

Als das Mobiltelefon noch ein Fernsprechapparat war und der MP3-Player noch Musiktruhe hieß

Tefifon M 540 / HS 19
Tefifon Schallbandspieler Allerdings war das Konzept in vielerlei Hinsicht problematisch: Die Nadeln nutzen die Schallbänder zu schnell ab (Abrieb) und die Tonqualität entsprach eher einem Mittelwellensender. Nach etwa 10 Jahren war die Technik ganz vom Markt verschwunden und durch Schallplatten und Magnetbänder abgelöst.
Kleiner Prüfschrank Modell 50 Ein Prüfschrank, hier das Modell 50 von 1955 aus der DDR, diente zur Prüfung von technischen Einrichtung von Telefonanlagen und Verbindungen.
Volksempfänger von 1933
Volksempfänger Der Volksempfänger von 1933 wurde auf Grund der Rückkopplungen, die zu einem Quietschen führten, im Volksmund gerne auch Hitlerquietsche genannt. 1933 betrug der Preis für den Volksempfänger 68 Reichsmark.
Elac Miraphon 120
Elac Miraphon 120 Ein Plattenspieler der Firma Elac (Electroacustik) aus Kiel. Der Plattenspieler konnte auf die Drehzahlen 16, 33 45 und 78 eingestellt und an ein Radio angeschlossen werden.
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Im Telefon-und Rundfunkmuseum zeigt Heribert Schirmer, wie sich im Laufe der mehr als hundert Jahre seit der ersten Nutzung des Telefons und den rund neunzig Jahren seit den ersten öffentlichen Übertragungen von Rundfunksendungen die Technik und unser Umgang mit den Geräten gewandelt haben. Das Museum ist weit mehr als nur eine Sammlung technischer Geräte, sondern wirft auch einen Blick auf die Kulturgeschichte.

Angesichts der heute allgegenwärtigen Präsenz von Handy und Musikabspielgeräten aller Art können sich insbesondere die jüngeren Besucher kaum noch vorstellen, dass "früher" der Besitz eines Telefons oder Rundfunkgerätes ein Privileg war. Das erste Mobiltelefon vor rund 30 Jahren wog noch fast 800 Gramm -  so viel wie heute 5 bis 6 Geräte - und passte ganz und gar nicht in die Hosentasche. Mobile Musikgeräte nutzten Magnetbänder oder Schallplatten, die um ein tausendfaches größer und schwerer waren als heutige Speichermedien. Ein spontaner Anruf bei Freunden war nicht möglich, denn in den Anfangsjahren mussten Telefongespräche angemeldet werden und die Telefonistin rief zurück, sobald die Verbindung hergestellt werden konnte.

Jung und Alt werden begeistert sein von dem Museum mit seinen gut 700 Exemplaren und natürlich von der Erzählkunst von Heribert Schirmer. Die jüngeren Besucher dürfen staunend beobachten, wie in dem großen Hebdrehwähler 42 aus den 5oer Jahren ratternd die Leitung geschaltet wird und nach erfolgreicher Verbindung am Telefonkasten eine Klappe aufgeht und die Steckverbindung freigibt. Klappe? In Österreich wird heute noch gelegentlich bei der Ermittlung der Durchwahlnummer noch die Frage "Welche Klappe haben Sie bitte?" gestellt. Und auch die nicht mehr ganz so jungen Besucher bekommen leuchtende Augen und drängen auf eine Wiederholung des Schaltungsvorgangs.

 Eine Vielzahl von Kommunikations- und Telefoniegeräten von den 1920er Jahren bis fast zur Gegenwart erwartet die Besucher:

  • Feldtelefone, die vom Militär im ersten und zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden
  • Münzfernsprecher, die erst nach dem Einwurf von Münzen ihren Dienst taten
  • Telefongeräte aus Privathaushalten und Büros
  • Sondertelefone wie das Micky Maus Telefon aus den 70er Jahren
  • Morsegeräte und Fernschreiber


Die Rundfunk- und Musikbegeisterten dürfen in Nostalgie schwelgen. Sätze wie "Genau so eine Musiktruhe hatten meine Eltern" oder "Das war mein erster Kassettenrekorder" sind Standard. Hier darf man noch mal dem warmen Klang eines Röhrenempfängers lauschen, das Design von Geräten bewundern, die Geschichte machten und doch schon lange auch Geschichte sind: Braun, Schaub-Lorenz, Graetz, Siemens, Nordmende, Telefunken und viele mehr. Und für den Fall, dass Sie glaubten sich auszukennen, hat Heribert Schirmer das ein oder andere kaum mehr bekannte Technikkleinod für Sie parat. Oder kennen Sie die Schallband-Geräte der Firma Welt Radio Dr. Daniel KG aus Köln-Porz, die Anfang der fünfziger Jahre beinahe die Szene der Musikabspielgeräte revolutionierten? Die Firma Welt Radio hatte serienreife Geräte entwickelt, die Schallbänder abspielten, auf denen die Musikinformationen wie bei Schallplatten in Rillen gepresst waren. Das Gerät Tefifon M 540 / HS 19 (Initiates file downloadhier die Bedienungsanleitung) von 1950 wurde für 598 DM angeboten - der Nettolohn eines Arbeiters betrug etwa 200 DM.

Schauen Sie doch mal rein. Es lohnt sich. Herr Schirmer freut sich auf den Besuch von Jung und Alt.